Der Galgo Espagnol (spanischer Windhund)

Der Galgo gehört zu den Vorfahren des Greyhound, dem englischer Windhund. Galgos und Greys wurden schon immer gekreuzt, um einen schnellen, robusten Sprinter für die traditionellen englischen Hunderennen zu züchten. Eigentlich war der Galgo nur dem spanischen Adel vorbehalten, die ihn zur Hasenjagd einsetzten. Die Bauern des Landes eigneten sich aber im Laufe der Jahre die ausgedienten Hunde der Edelleute an und so wurde der stolze Galgo zum Nutztier des Volkes.

Die Zucht in Spanien unterliegt bis heute keiner Regelung, die schnellsten und besten Hunde werden gekreuzt, unabhängig von der Farbe und so gibt es beim Galgo keine rassetypischen Farben. Galgo-Rüden bekommen eine Schulterhöhe bis zu 70cm, Hündinnen bis zu 68cm, je nachdem, ob der Hund reinrassig ist, oder ob andere Rassen mitgespielt haben (z.B. Greyhounds). Sie wiegen bis zu 30kg und es gibt sie als Glatthaar und Rauhaar, wobei die glatthaarigen Galgos gänzlich ohne Unterwolle sind und deshalb im Winter durchaus frieren. Ein Mantel schafft Abhilfe und hat nichts mit dem „Verhätscheln“ des Hundes zu tun. Durch die fehlende Unterwolle hat er keine „wärmende Schicht“, und wer geht im Winter schon ohne Jacke vor die Tür?

Rufian

Rufian

Galgos sind ruhige, zurückhaltende und sehr anhängliche Zeitgenossen, die sehr fixiert auf ihr Frauchen/Herrchen sind. Bei Bedrohung ergreifen sie tendenziell die Flucht, sie sind im Normalfall keine Angreifer. Ihre Erziehung kann nur ohne Druck und Härte erfolgen, alles andere würde die Seele dieses sensiblen Geschöpfes brechen. Das ist die eine Seite der Galgos. Auf der anderen Seite sind Galgos eben Windhunde und Sichtjäger, sie haben ein feuriges Temperament, sind ausgesprochen intelligent und haben einen stark ausgeprägten Jagdinstinkt. Sie sind absolut sensibel und feinfühlig und wollen komplett als Familienmitglied integriert sein. Sie brauchen ein Rudel, sind gesellig und lieben Spaziergänge. Entgegen der meisten Meinungen sind sie keine Langstreckenläufer, sondern Sprinter, und so sollte ein Galgo die Möglichkeit bekommen, sich wenigstens einmal am Tag auspowern zu können. Am besten eignen sich eine eingezäunte Wiese und ein Rudel anderer Galgos. Dann kann er kurzzeitig Geschwindigkeiten von bis zu 65km/h erreichen und es ist eine wahre Freude, diesen Hunden beim Rennen zuzusehen. Sie sind wendig und flink und sie scheinen über die Wiesen und Felder zu schweben, wenn sie rennen.

Ein Galgo ist eben ein wenig anders: im Haus eine Majestät – stolz und anmutig, draußen ein Windhund – temperamentvoll und pfeilschnell. Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man sich einen solchen Mitbewohner ins Haus holt.

Die Tragik des Galgos in Spanien

Cesar

Cesar

Die tragische Situation der Windhunde in Spanien wird verständlich, bei einem Rückblick in die Vergangenheit. Die Araber brachten die Windhunde nach Spanien. Es war eine große Ehre, wenn ein Scheich dem Gastgeber einen solchen Hund zum Geschenk machte. Windhunde wurden ausschließlich von Adeligen besessen. Warum also wird der Galgo Español heute als minderwertige Hunderasse angesehen?

Personen, die als Tierpfleger für diese Tiere sorgten, begannen einige Hunde „abzuzweigen“ und die Windhundzucht uneingeschränkt auszuweiten. Nun war der Windhund nicht mehr das noble Tier der Adeligen, sondern wurde assoziiert mit den Bauern der spanischen Gesellschaft. Für diese wurden die Galgos zu einer unschätzbaren Hilfe für ihre jeweiligen Besitzer. Ein Windhund war der alternative Nahrungsmittelbeschaffer. Dies bedeutete aber auch, wenn das Tier nicht länger der Hasenjagd diente, gab es keine andere Möglichkeit, als den unbrauchbaren Mitesser zu beseitigen. Erhängen wurde die am weitesten verbreitete Methode – es war eine unbestreitbar preiswerte Methode. Begonnen aus wirtschaftlicher Bedrängnis, weitergeführt aus purem Sadismus. Die Großgrundbesitzer waren sich in diesem Punkt mit dem Bauern und Jägern einig: Tod durch Erhängen! Hier war die Eitelkeit der Grund. Je mehr Windhunde nach Beendigung der Jagdsaison deutlich sichtbar in den Pinienbäumen hängten, desto reicher der Gutsherr.

Zu Beginn der 80er Jahre verbesserte sich die wirtschaftliche Situation Spaniens. Viele Menschen aus der Stadt schafften sich zweite Wohnsitze in ihren alten Heimatstädten am Land an. Stadt- und Landbevölkerung begannen – der alten Traditonen wegen – Windhunde aus der Liebe zur Jagd zu halten. Dabei sind auch die alten Traditionen – das Erhängen der Hunde nach der Jagdsaison – beibehalten worden. Modernere Versionen, wie Aussetzen in der Mitte von Nirgendwo oder Abgabe in Tierheimen, sind zur Lösung ihrer Probleme dazu gekommen.

Galgo hinter Gitter

Nacho

Auch heute gilt: Ein Galgo Español, der die Ehre seines Besitzers kränkt (z.B. den Hasen nicht fängt), ist es nicht wert, gefüttert zu werden – er muss entsorgt werden. Das Durchschnittsalter der in Spanien ausgesetzten Windhunde liegt zwischen 2 und 3 Jahren. Jedes Jahr gibt es „frisches Blut” und unverbrauchte Hunde für die jeweils kommende Jagdsaison. War ein Tier ein guter Jäger, bleibt es normalerweise für längere Zeit bei seinen Besitzern und wird in der Zucht eingesetzt. Ab 4 Jahren ist faktisch kein Windhund mehr bei seinem ursprünglichem Besitzer.
Ein weiteres Problem der heutigen Zeit ist, der Diebstahl von Galgos in der Welt der „Galguéros“ (Jäger, die Galgos besitzen). Nach Polizeiberichten ist der Galgo die in Spanien am häufigsten gestohlene Hunderasse. Solange der Galgo noch rennen kann, ist er ein wertvolles „Ding”, mit welchem sich schnelles Geld machen lässt. In abseits gelegenen Schuppen werden die gestohlenen Windhunde zum Kauf angeboten. Die Galgos werden verkauft oder die Diebe behalten sie selbst zur Jagd, oder noch schlimmer: für Hundekämpfe. Profit sind hierbei die Wettgelder. Nach Aussagen einiger Galguéros werden die Hunde mehrmals bis zur völligen Erschöpfung eingesetzt. Dann werden sie ausgesetzt oder Schlimmeres passiert. Und der Diebstahl anderer Galgos geht weiter. Zurzeit besteht keine vernünftige Kontrolle der Zucht und der Haltung der Galgos. Erst wenn es hier vernünftige Regelungen und Kontrollen gibt, wird sich das Leid dieser Tiere ganz langsam einschränken lassen.

Text: U. Löckenhoff, Galgo-Hilfe eV. in Anlehnung an Scooby

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